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Gedächtnisprotokoll Strafrecht II, Kampagne 2015/II, Berlin & NRW

Gedächtnisprotokoll Strafrecht II, Kampagne 2015/II, Berlin & NRW

Im Folgenden handelt es sich um ein Gedächtnisprotokoll der Examensklausur Strafrecht II, welche in Berlin und NRW im Oktober 2015 geschrieben wurde. Die Ausführungen erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.
Es handelt sich um eine komprimierte Version der Wichtigkeiten des Sachverhalts, welche im Gedächtnis geblieben sind.

A hat momentan finanzielle Schwierigkeiten. Er beschließt daher in einigen Fahrzeugen nach verwertbaren Gegenständen zu suchen. Er begibt sich daher mit seinem Motorroller in eine Vorortstraße. Dort hebelt er mit einem handelsüblichen Schraubendreher das Kofferaumschloss des Autos des X auf. Das Schloss wird dabei nicht beschädigt. Daraus entwendet er eine teure Spiegelreflexkamera. Diese verbringt er in seinen Stoffbeutel. Kurz danach kommen einige Rentner und Hundebesitzer zum Spazieren und zwingen den A dazu sein Vorhaben zu unterbrechen. Abbrechen will A sein Vorhaben jedoch noch nicht. Daher versteckt er sich und wartet etwa zehn Minuten, bis die Luft wieder rein ist. Er begibt sich daraufhin zum Auto der F. Gerade als er den Schraubendreher ansetzt, aber ohne dabei Schloss oder Lack zu beschädigen, sieht er dass die Stifte an den Türen schon nach oben zeigen und somit das Fahrzeug nicht verschlossen ist. Erfreut darüber öffnet er die Tür und versucht das Radio im Wert von 750 EUR zu entwenden. Die Freude hält jedoch nicht lange an. Beim Entfernen des Radios verhakt sich das Radio. Außerdem geht ein Alarm los. A kann auch auf der Rückbank keine Gegenstände finden, die sich zu stehlen lohnen würde. Daher möchte er schnell das Weite suchen. B ist momentan bei seiner Freundin F zu Besuch. Er hört den Alarm des Kfz und greift daher zu seinem Gewehr. Der B ist Sportschütze. Er sagt aus Liebe zu F werde er dem „Bürschchen mal eine Lektion erteilen“. F bittet B darum doch lieber im Bett zu bleiben, damit er sich nicht verletzt. Aus Beweis seiner Liebe begibt sich B jedoch in die Straße. Dort sieht er wie der A gerade von dem Auto der F weggeht. B sieht den Stoffbeutel, in dem Glauben, A hätte etwas aus dem Kfz der F entwendet, und fordert den A auf: „Halt oder ich schieße!“. A folgt dieser Aufforderung nicht, sondern rennt zu seinem Motorroller um davon zu kommen. B folgt ihm. Nach ca. 100 Meter Rollerfahrt kommt A in einer Sackgasse an und dreht um. B versperrt dem A den Weg. A fährt daher auf B zu in der Hoffnung, dieser würde den Weg frei machen. Um den A zu stoppen gibt B daher einen Warnschuss ab. A stoppt jedoch nicht, sondern beschleunigt noch. Dabei ist er fest davon überzeugt, B werde sich durch einen Schritt in Sicherheit bringen. Er geht nicht davon aus den B zu verletzen. B bringt sich auch durch einen Schritt zwischen die parkenden Fahrzeuge in Sicherheit. Direkt danach schießt er gezielt auf den Reifen des Motorrollers des A. Dieser kommt dadurch zu Fall und bricht sich bei dem Sturz ein Bein. Dies hatte B von Anfang an vorausgesehen und auch einkalkuliert. Schwerere Verletzungen erwartete B jedoch nicht.

Bearbeitervermerk:

Untersuchen Sie die Strafbarkeit von A und B.

§§ 123 I, 211, 212, 246, 253, 255, 303, 315c sind nicht zu prüfen.

Auf Regelbeispiele ist einzugehen. Etwaige Strafanträge gelten als gestellt und sint nicht zu erörtern.

Diese Ausführung hat uns Sven D. zugesandt. Herzlichen Dank dafür.

Du kannst uns jederzeit auch ein Protokoll deines Examens, eine Seminararbeit oder Ähnliches an kontakt@jurakurs.de zuschicken. Nur so können auch Deine Nachfolger von der Seite profitieren, wie du es getan hast.