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Gedächtnisprotokoll Strafrecht I, Kampagne 2015/II, Berlin

Gedächtnisprotokoll Strafrecht I, Kampagne 2015/II, Berlin

Im Folgenden handelt es sich um ein Gedächtnisprotokoll der Examensklausur Strafrecht I, welche in Berlin geschrieben wurde. Die Ausführungen erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.
Es handelt sich um eine komprimierte Version der Wichtigkeiten des Sachverhalts, welche im Gedächtnis geblieben sind. Der Sachverhalt umfasste ein Blatt mit zwei voll beschriebenen Seiten.

Sachverhalt

 

Der Fan D des Fußballvereins V ist Tierschützer. Ihn ärgert es, dass der Gänsemastbetrieb des G einer der Hauptsponsoren des V ist und mediale Aufmerksamkeit genießt. Deshalb beschließt er, sich an das Zufahrtstor des Fußballtrainingsgeländes des V mit schwerem Metall zu ketten, um dagegen zu demonstrieren. Der sich nähernde Bus mit der Fußballmannschaft kann die Zufahrt zum Trainingsgelände deshalb nicht passieren. Auf dem Trainingsgelände selbst befanden sich keine Personen. Auch hinter dem Bus befand sich niemand, der ebenfalls die Zufahrt nutzen wollte. Es hat schließlich zwei Stunden gedauert um die Ketten des D vom Zufahrtstor zu lösen.

D ist im Folgenden aufgefallen, dass das Geflügel des G einen sehr hohen Fettanteil aufweist. Nach gründlichen Recherchen kommt D zum Schluss, dass G gegen das TierschutzG (§ wurde genannt) verstößt, welches die Zwangsernährung, das sog. Stopfen der Gänse verbietet. Daraufhin schreibt er einen Brief an die Privatadresse des Inhabers des Gänsemastbetriebs G und wirft diesem vor, gegen das Gesetz zu verstoßen. G liest den Brief und schmeißt ihn sofort weg. Tatsächlich werden alle Tierschutzvorschriften ordnungsgemäß im Gänsemastbetrieb eingehalten.

Verärgert darüber, dass G dem D nicht auf seinem Brief geantwortet hat, beschließt er mit seinem Freund B, der sich ebenfalls für Tierschutz engagiert, dem G eine Abreibung zu verpassen. Sie haben herausgefunden, dass G einen Wanderurlaub ins Gebirge macht. Sie verfolgen G bei seinem Wanderausflug weit hoch ins Gebirge, bis sie sicher sind, dass sie von anderen Menschen nicht mehr angetroffen werden. Als sie ihn eingeholt haben, zücken sie – etwa in 50 Meter Entfernung zu G – ihre Pistolen und sagen G, sie wollen ihn erschießen. Tatsächlich waren die Pistolen ungeladen, was G allerdings nicht wusste und annahm sie wären geladen. B und D hatten nicht vor G zu erschießen. Sie wollten ihm einen Schrecken einjagen, ihn durch den Wald jagen und anschließend ordentlich verprügeln. G geriet in Panik, da er um sein Leben fürchtete und ergriff die Flucht. B und D jagten dem G hinterher und holten ihn aufgrund ihrer Sportlichkeit auch fast ein. Als B und D dem G schon sehr nahe waren, rutsche G aus und stürzte den Hang hinunter. G verstarb infolge des Sturzes. Diesen Verlauf hatten sich B und D nicht so vorgestellt.

Der Fußballspieler F des Vereins war eine Person des öffentlichen Lebens und sehr bekannt. Er war homosexuell und lebte im Geheimen mit seinem Lebenspartner zusammen. Nur wenigen Bekannten und Freunden wussten von der Homosexualität des F. F wollte sich nicht öffentlich bekennen, da er vor nachteiligen Reaktionen der Fans zurückschreckte. Der Y, ein ehemaliger Freund des F, hatte sich mit diesem gestritten. Am Fanstammtisch erzählte er, dass er von Z erfahren habe, dass F homosexuell sei und außerdem eine Rechnung eines Restaurants nicht beglichen hatte. Y wies darauf hin, dass er nicht wisse, ob die Aussagen der Wahrheit entsprechen.
Z war beim Fanstammtisch bekannt dafür, dass er stets gut informiert war. Auf seine Aussagen konnte man sich verlassen. In Wahrheit hatte ein Gespräch zwischen Y und Z nicht stattgefunden.
Ob F noch eine offene Rechnung bei dem Restaurant hatte, konnte nachträglich nicht mehr festgestellt werden. Y war sich sicher, dass sich die Nachricht der Homosexualität schnell in Fankreisen verbreiten würde. Tatsächlich wurde F auch beim nächsten Fußballspiel ausgepfiffen und wurde von seinem Trainer sogar nach 20 Minuten vom Spielfeld genommen und wieder auf die Bank verwiesen. Außerdem erhielt F beleidigende Briefe seiner (ehemaligen) Fans.

Bearbeitervermerk:

 

Wie haben sich D, B und Y strafbar gemacht?
Strafanträge sind gestellt. Straftaten zu Lasten des Z sind nicht zu erörtern.

Du kannst uns jederzeit auch ein Protokoll deines Examens, eine Seminararbeit oder Ähnliches an kontakt@jurakurs.de zuschicken. Nur so können auch Deine Nachfolger von der Seite profitieren, wie du es getan hast.