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Der Schriftsteller und Strafverteidiger Ferdinand von Schirach schreibt in seinem Werk „Verbrechen“ über einen Strafverteidiger (Friedrich Leonhardt), den verschiedene Rechtsfälle beschäftigen, wie den eines Mannes, Doktor der Medizin, der nach 40 Jahren Ehe seine Frau mit einer Axt tötet. Es handelt sich um einen Kurzgeschichten-Band, der sich flüssig, interessant und unterhaltsam lesen lässt. Interessant sind die Fallkonstruktionen insbesondere für Studenten, die dem Strafrecht zugewandt sind, da der Ausgang der Fälle, insbesondere ein für einen Laien oftmals überraschende Freispruch, durchaus durch eine gedankliche Subsumtion während des Lesens nachvollzogen werden kann.

Schirach

»Schirachs Texte sind nicht genuin komisch, es sind eher kleine komische Funken, die vor dem meist rabenschwarzen Hintergrund manchmal trivialer, manchmal tragischer Verbrechen um so heller leuchten.«,

Titanic, 10.10.2009

Es ist nach „Verbrechen“ der zweite Erzählungsband von Schirachs, der verfilmt worden ist. Die Hauptrolle spielt auch hier ein Strafverteidiger (namens Friedrich Kronberg), der mit Kriminalfällen befasst ist. Die Kurzgeschichten befassen sich mit Themen wie Drogenbesitz, Waffenbesitz, Körperverletzungen u.ä. Beispielsweise erschlägt eine misshandelte und vergewaltigte Ehefrau ihren Mann im Schlaf in der Nacht mit einer Statue. Vor allem spielt das Thema der Schuld, wie der Titel schon verraten vermag, insbesondere z.B. das Vorliegen einer Notwehrlage, eine bedeutende Rolle. Die Entscheidung des Gerichts bzw. das Ende der Geschichten ist auch hier oftmals überraschend und unvorhergesehen.

Schirach

»In ›Verbrechen‹ glaubte man noch diverse Handlungsoptionen seiner Protagonisten zu entdecken. In ›Schuld‹ nicht mehr. ›Schuld‹ ist radikaler, die Geschichten sind schlanker, sie sind überwältigend kalte Versuchsanordnungen.«, Die Zeit, 29.07.2010

Nach zwei Büchern mit Kurzgeschichten („Verbrechen“ und „Schuld„), sollte es nun ein Roman Ferdinand von Schirachs werden. Hauptfigur ist der junge Strafverteidiger Caspar Leinen, der erst seit einem Monat als Anwalt zugelassen ist und mit der Vertretung als Pflichtverteidiger des Rentners Fabrizio Collinis seinen ersten großen Fall hat. Der Fall und dessen Ermittlungen bleiben über den gesamten Verlauf spannend, obwohl der Leser als auch alle Beteiligten von Anbeginn des Buches den Täter Collini, welcher den 85-jährigen Jean-Baptiste Meyer in einem Hotelzimmer getötet hat, kennen. Die ungeklärte Frage nach dem „Warum?“ muss beantwortet werden und treibt den Leser und die Ermittler weiter voran, während Collini indes schweigt. Der Autor lässt indes ein düsteres Kapitel deutscher Geschichte eindrucksvoll wieder aufleben und spielt gekonnt mit den Moralvorstellungen des Lesers.

Schirach

»Mordprozeß mit politischer Brisanz: spannend, klug, erschütternd.«, 

Focus, 10.10.2011

Das jüngst 2015 erschienene Werk Schirachs „Terror“ wird zukünftig als Theaterstück aufgeführt werden. Als Jurastudent ist der geschilderte Plot bekannt: Terroristen haben eine Passagiermaschine übernommen und fliegen auf ein Stadion zu. Ein Pilot der Bundeswehr schießt das Flugzeug mit über 150 Menschen ab, um 70.000 Menschen in einem Stadion zu retten. Wir als Jurastudenten wissen, dass es auf die Frage des übergesetzlichen Notstands und der Problematik des Abwägens von Leben gegen Leben hinausläuft. Packend werden die moralischen Konflikte und Argumente für beide Seiten – allerdings nicht im Gutachtenstil -dargestellt. Das Buch liest sich aufgrund der besonderen Form mit Regieanweisungen und wörtlicher Rede sehr schnell (in ca. 3 Stunden). Ob der Preis für den Umfang gerechtfertigt ist, muss jeder für sich selbst bestimmen. Wir geben allerdings deshalb „nur“ 4 Sterne.

Schirach

»Ein packender Theaterabend, der die Besucher dazu zwingt, Stellung zu nehmen.«,

Hessische Allgemeine, 20.10.2015

Dr. Hans-Georg Schulze (Anwalt bei der Kanzlei Gleiss Lutz) hat für das Referendariat und für das Praktikum in einer Großkanzlei jeweils einen Guide geschrieben, in denen er aus der Sicht des Ausbilders und Einstellenden darstellt, auf was der Bewerber besonders achten sollte und welche Fettnäppchen es zu vermeiden gilt. Es finden sich Hinweise für die Bewerbungsphase, die viel Arbeit bei der Vorbereitung ersparen können. Insbesondere werden Hinweise für ein gelingendes Bewerbungsgespräch gegeben, insbesondere um die Aufregung zu senken und Sympathiepunkte beim Gegenüber zu gewinnen. Die beiden Bücher geben viele Tipps für die Arbeit in der Großkanzlei, etwa wie man ein Gutachten gliedert. Die 50 Seiten-Büchlein sind noch schnell am Abend vor dem Bewerbungsgespräch gelesen und nehmen die Angst vor der Begegnung mit dem vielleicht zukünftigen Arbeitgeber. Nicht nur informativ, sondern auch witzige Anekdoten fanden Platz. Der Schreibstil ist sehr angenehm.

Referendariat

Besser sein als der Durchschnitt? Auch wenn der Titel „Elitestudent“ anfänglich etwas reißerisch klingt, so hat ja ein jeder das Bedürfnis an sich zu arbeiten und sich zu verbessern. Natürlich muss man dafür auch mehr lernen als zuvor. Allerdings ist es nicht das alleine. Das Buch „Elitestudent“ bietet viele, teils überraschende Antworten; es ist ein wissenschaftlich fundiertes Werk der Kernfähigkeiten für den Erfolg im Studium, aber auch danach. Vor allem zu Beginn meiner Examensvorbereitung hat das Buch mir sehr geholfen. Z.B.: um die Produktivität und das Erinnerungsvermögen zu steigern wird wissenschaftlich aber anschaulich erklärt, wieso zwischen Lerneinheiten ein Nickerchen gemacht werden sollte. Und ich kann nur bestätigen: dieser Trick hat wirklich funktioniert. Wer am Anfang des Studiums steht, dem wird das Buch noch viel mehr nützen. Das Buch behandelt u.a. die Erfolgs- und Fähigkeitenforschung, dh. welche Gewohnheiten und Kompetenzen man sich am Besten aneignen sollte, den Lernprozess an sich und wie man das Gelernte wieder optimal zu Papier bringt bzw. präsentiert. Durch die wissenschaftliche Darstellung ein wirklich guter Ratgeber mit Substanz und Mehrwert zur persönlichen Weiterentwicklung.

Elite Student